40 Jahre Heute feiere ich meinen 40. Geburtstag Hilfe!

Hilfe, ich bin 40!!!! (humorvoll)

Heute feiere ich meinen 40. Geburtstag.

Morgens wache ich schon mit glänzender Laune auf, denn ab 10 Uhr habe ich zum Brunch eingeladen. Arbeitskolleginnen und Freunde wollen kommen – und das Beste: ich würde keinerlei Arbeit haben, weil ich für diesen besonderen Anlass einen Partyservice beauftragt habe.

Der Anfang des Tages: 40 Jahre

So genehmige ich mir also erst einmal einen leckeren Milchkaffee, während ich dazu in der Tageszeitung schmökere.

Fröhlich vor mich hin pfeifend begebe ich mich danach unter die Dusche und verwöhne mich anschließend mit einer sündhaft teuren, duftenden Bodylotion.

Gar nicht schlecht, denke ich, als ich, frisch geduscht, im Spiegel meine Figur betrachte.

Gut gelaunt werfe ich mich in meinen, extra für diesen Anlass neu erstandenen, eleganten Hosenanzug, der mich noch mal mindestens um eine Größe schlanker aussehen lässt.

Natürlich war ich gestern auch noch bei meinem Frisör, der mir einen hinreißenden Schnitt und ein paar schmeichelnde Strähnchen gezaubert hat, nicht ohne mir dabei einige Komplimente ins Ohr zu säuseln.

So ist auch das Styling meiner Haarpracht schnell erledigt.

Fehlt nur noch das „Finishing“ – mein Make-up.

Aber wozu hat Frau jahrelang geübt? Gekonnt werkle ich mit

  • Concealer,
  • mattierendem Puder,
  • Mascara,
  • Highlighter,
  • Kajal und
  • Lippenstift.

Ich finde das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen, was mein bester Ehemann von allen, der gerade mit verwuschelten Haaren aus dem Schlafzimmer kommt, mit einem anerkennenden Pfeifen bestätigt.

Die Erste Gäste zum 40er

Kurze Zeit später erscheinen die ersten Gäste.

„Na, wie fühlt man sich mit 40?“, „Gut siehst du aus für dein Alter!“ sind irgendwie die häufigsten Sätze, die ich zu hören bekomme.

Für mein Alter? Hallo?

Irgendwie bin ich nun schon ein wenig genervt.

Aber es kommt noch schlimmer…

Während meine Gäste, fröhlich plaudernd, leckeres Essen in sich hineinschaufeln, soll ich bitteschön jetzt erst einmal die mitgebrachten Geschenke auspacken.

Was soll ich sagen? In beinahe jedem zweiten Päckchen befindet sich Antifaltencreme, verbunden mit humorigen Sprüchlein wie „Du wirst nicht älter, du wirst reifer!“ oder „Du wirst nicht älter, du wirst knackiger. Mal knackt es im Rücken, mal in den Gelenken.“, „Kukident sponsort deine Geburtstagsparty!“ oder ähnlich witzig-aufbauenden Gedanken.

Zu allem Überfluss haben einige Gäste noch ein paar Beiträge in petto, die sich alle in sicherlich gut gemeinter Weise, über meinen fortgeschrittenen Alters- und Gesundheitszustand lustig machen und meine Laune gelangt langsam an ihren Tiefpunkt.

Außerdem beginnen meine Füße höllisch zu schmerzen. Was muss ich auch mit 40 Highheels tragen, die ich mir in einem Anflug von Übermut neulich passend zum Hosenanzug gekauft habe?

Das Fest wird dann trotzdem noch ganz nett, aber so richtig bei der Sache bin ich eigentlich nicht.

Die Gäste sind weg

Als am späten Nachmittag endlich der letzte Gast das Haus verlassen hat, lasse ich mich erschöpft aufs Sofa fallen. Um mich ein wenig abzulenken schalte ich den Fernseher an und zappe mich lustlos durch alle Kanäle.

Irgendwann lande ich bei einem der zahlreichen Shoppingsender und wie es der Zufall will, moderiert eine Dame etwa meines Alters eine Sendung zum Thema „Gut aussehen, wenn man älter wird“.

Normalerweise überspringe ich diese Sender immer, aber heute habe ich das Gefühl, ich sollte mir doch einmal anhören, was die sympathische Dame zu sagen hat.

Es geht dann abwechselnd um Bodyshape-Unterwäsche (modelliert ihre Figur – lässt kleine Pölsterchen einfach verschwinden) um teure Cremes, die um Jahre jünger machen sollen und um Nahrungsergänzungsmittel (beginnende kleine Zipperlein sollen damit angeblich schnell wieder der Vergangenheit angehören).

Am Boden zerstört schleiche ich zum Spiegel, wo mich eine fremde, greise alte Frau anblickt. Waren die vielen Falten wirklich gestern auch schon da? Na ja, Antifaltencremes habe ich genug bekommen!

Auch der Rundumcheck meiner Figur vor dem Schlafzimmerspiegel ergibt Beunruhigendes. Obwohl ich heute vor lauter Ärger kaum etwas gegessen habe, sitzt der Hosenanzug irgendwie viel zu eng. Die Speckröllchen in der Taille und der Kugelbauch – unmöglich! Was mussten meine Gäste gedacht haben?

Zeit zum schlafen

Völlig deprimiert werfe ich mich aufs Bett, wo sich kurze Zeit später mein bester Ehemann von allen dazugesellt.

Sogleich beginnt er mir verbotene Worte ins Ohr zu flüstern und was soll ich sagen – wir verbrachten eine heiße, nicht jugendfreie Nacht…

Am nächsten Morgen wache ich gut gelaunt auf und als ich ins Bad hüpfe, kommt mir die Frau, die mich im Spiegel anlächelt, auch wieder irgendwie bekannt vor.

Und was meine Kolleginnen und Freunde betrifft, sage ich nur: „Auch bei euch wird früher oder später der Vierziger kommen. Und dann macht euch auf etwas gefasst – Rache ist ja soooo süß!!!“

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