Argumente für die Abschaffung der Jagd auf Bären

Die „Jagdleidenschaft“, auf die die Jäger auch noch so stolz sind, ist eine gefährliche Perversion! Leo Tolstoi sagte: „Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt!“

Heute immer mehr Menschen erkennen: Auch Tiere haben ein Recht auf Leben. Tiere fühlen ähnlich wie wir – Freude, aber auch Leid. Tiere lieben das Leben genauso wie wir. Es ist verwerflich, Tiere aus niederen Beweggründen zu töten.

Theodor Heuss, der als erster Präsident der Bundesrepublik Deutschland aus Repräsentationsgründen häufig an Diplomatenjagden teilnehmen musste, formulierte treffend:

Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit.

Im seinem Buch „Von der Jagd und den Jägern – Bruder Tier und sein Recht zu leben“ zeigt der deutsche Biologe und ehemalige Jäger Dr. Karl- Heinz Loske auf, dass die heutige Jagd schon lange nicht mehr im Einklang mit natürlichen Prozessen steht.


Entsprechende Behauptungen der Jägerschaft entlarvt er als Mythen und stellt ihnen empirisch fundierte Tatsachen gegenüber. Sein Buch ist eine eindringliche Aufforderung an die Jäger, über sich selbst, ihre Mythen und ihr Tun nachzudenken.

„Jagd ist ein Kulturgut“ Es ist Falsch

Unter Kultur versteht man „die Gesamtheit der geistigen und künstlerischen Lebensäußerungen … eines Volkes“ sowie »feine Lebensart, Erziehung und Bildung« (vgl. Duden, Band 5, 1982).

Ob das Töten von Wildtieren dazu gehört? Dass Menschen sich das Recht anmaßen, Lebewesen, die genauso wie sie fühlen und Schmerz empfinden, um des Vergnügens willen zu töten, ist vom moralischen Standpunkt her absolut inakzeptabel.

Tierbestände regulieren

Zum beispiel die Jäger argumentieren, sie müssten die Tierbestände regulieren und den Wald schützen. Neue wissenschaftliche Studien zeigen aber eindeutig: Jagd löst keine ökologischen Probleme sondern schafft sie erst.

Jagd und das Öko-System

Jagd bedeutet eine Störung des natürlichen Gleichgewichts der Öko-Systeme. Sie kann zur Ausdünnung oder Ausrottung von Tierarten führen.

Rund 350.000 Hobbyjäger soll es in Deutschland geben, in Frankreich wird ihre Zahl sogar auf 1,4 Millionen geschätzt. Was für sie Naturerlebnis und sportliche Leidenschaft bedeutet, sehen Kritiker als Tierquälerei. „Aus unserer Sicht ist es im 21. Jahrhundert nicht mehr gerechtfertigt, nur zu seinem Vergnügen einfach Tiere abzuschießen“, sagt James Brückner vom Deutschen Tierschutzbund. Die Jagd provoziert ganz im Gegenteil vielfach Wildschäden. Oft sind die von Jägern verursachten Personen- und Sachschäden höher als der landwirtschaftliche Schaden durch Wildtiere.

Der Bär

Der Bär, ist ein scheues Tier, das die Begegnung mit Menschen meidet. Deswegen sind Begegnungen mit Bären selten, auch in den Gebieten, wo Bären relativ häufig vorkommen. Bären sind keine Bedrohung für den Menschen – außer sie werden angegriffen oder durch die Jagd verletzt. Die Braunbären wurden in den vergangenen Jahrhunderten in den meisten Teilen Europas ausgerottet.

Früher lebten Bären in ganz Europa, mit Ausnahme der großen Inseln wie Island, Irland, Korsika und Sardinien. In den letzten Jahrhunderten wurden sie in den meisten Teilen Europas ausgerottet – durch die Zerstörung der natürlichen Lebensräume, vor allem durch Abholzung, und die gnadenlose Verfolgung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Jäger. Die Bären überlebten nur in Skandinavien, Südosteuropa und in einigen Enklaven in Italien (Abruzzen und Alpen) und Spanien. In ganz Europa leben heute etwa 50.000 Bären, 35.000 davon im europäischen Teil Russlands. Die höchste Populationsdichte findet sich in Slowenien und in den Balkanländern mit 100 bis 200 Bären pro 1000 Quadratkilometern. Zum Vergleich: In Skandinavien leben durchschnittlich nur 0,5 bis ein Bär pro 1.000 Quadratkilometer.

„Jagd ist doch immer eine Form von Krieg.“
J. W. von Goethe, dt.Dichter (1749 – 1832)

Die Jagd auf Bären

In Slowenien ist der Bär seit dem Jahr 1889 geschützt, was ihn vor dem Aussterben bewahrt hat. Die slowenische Braunbär-Population zählt nach der Schätzung von Experten 440 Individuen. Für die Erhaltung dieser Tierart und eine natürliche Besiedlung der Alpen ist dies zu wenig.

In Slowenien jedoch, einem der kleinsten Länder Europas, haben die Bären überlebt: In der Weite der slowenischen Wälder leben heute rund 440 Bären.

Doch es ist unfassbar: Obwohl der Braunbär in Slowenien zu den gefährdeten und unbedingt zu schützenden Tieren gehört und nach slowenischer Gesetzgebung auch nicht zu den jagbaren Wildtieren zählt, machen Jäger in Slowenien grausame Jagd auf Braunbären: Jedes Jahr werden mehr als 20% der slowenischen Braunbären geschossen. Damit ist die Bärenjagd in Slowenien blutrünstiger als irgendwo anders auf der Welt.

Der genehmigte Abschuss des Braunbären in Slowenien trägt die irreführende Bezeichnung „Außerordentliche Entnahme aus der Natur.“ In Slowenien hat die Liebe zum Braunbären eigentlich eine lange Tradition: Die adlige Familie Auersperg und der visionäre Förster Dr. Leopold Hufnagel bewahrten vor 120 Jahren in Kočevska, die letzten Reste des Urwaldes vor der Abholzung und führten statt Kahlschlag eine fortgeschrittene Methode der Waldbewirtschaftung ein.

Und: Sie sorgten schon 1889 dafür, dass die Bären als besonders exponierte Tierart in den Wäldern im Südwesten des heutigen Sloweniens und dem benachbarten Gorski Kotar in Kroatien geschützt wurden denn der Braunbär war damals auch in den slowenischen Ländern vom Aussterben bedroht.

Von 1998 bis 2010 wurden nach amtlichen Angaben in Slowenien um die 1120 Bären getötet das sind durchschnittlich 93 Bären pro Jahr. Rund 80 Prozent dieser Bären wurden erschossen.

Bären und Bärengalle in China

Zum beispiel Chinas Bären leiden grausam für Galle-Medizin. In China leiden etwa 10 000 Bären Höllenqualen für die traditionelle Medizin (TCM). Viele Menschen halten die flüssige Bärengalle für ein wahres Wundermittel, doch nun regt sich Widerstand gegen die brutalen Praktiken an den Tieren.

Mit einer Nadel ziehen die Mitarbeiter spezieller Bären-Farmen die Flüssigkeit aus der Galle der lebendigen Tiere. Die begehrte Substanz ist mittlerweile auch künstlich im Labor herstellbar – viele Reiche wollen dennoch das echte „Flüssige Gold“.

Für einige Firmen sei das Motivation genug, die Tierquälerei zu unterstützen. Die Tierschutzorganisation Animal Asia Foundation kämpft den Forschern zufolge seit zehn Jahren gegen das Geschäft mit dem Gallensaft der Bären: „Jetzt bekommt sie starke öffentliche Rückendeckung.“ Das Team fordert in seinem Artikel, China müsse Ersatzprodukte stärker bewerben und die Bevölkerung besser aufklären. Außerdem solle ein Tierschutzgesetz erlassen werden, das eventuell sogar die Bären-Farmen verbiete.

Auch in Vietnam gilt die Gallenflüssigkeit von Bären als Heilmittel. Dort gefährdet aktuell ein Bauprojekt ein Schutzprogramm für Bären, die von einer der sogenannten Galle-Farmen befreit wurden.

Die Leidenschaft des Jägers

„Die wirkliche Jagd ist ohne vorsätzliche Tötung nicht zu haben. Leidenschaftlich Jagende wollen töten.

Jagd ohne Mord wäre ein Oxymoron, ein Begriff, der sich selber aufhebt… und weil es sich um Leidenschaft, Gier, Wollust handelt um ein Fieber eben, geht es .. um sex and crime, um sexuelle Lust und Verbrechen jeder Art, um Mord und Lustmord.“ (Paul Parin, Jäger, nach dem auch ein Verlag für Jagdliteratur benannt ist, in „Die Leidenschaft des Jägers“)

Die Bärenjagd in Slowenien

Da die slowenische Regierung im Jahr 2002 und in den Folgejahren behauptete, dass es im Land mehr als 1.000 Braunbären gäbe, akzeptierte die EU-Kommission nach dem Beitritt Sloweniens zur Europäischen Union eine große Zahl von Abschüssen, kritisiert die Naturschutzorganisation EuroNatur.“ Einer Studie zufolge, die die Biotechnische Fakultät der Universität Ljubljana 2008 veröffentlichte, lebten in Slowenien zu dieser Zeit allerdings nur noch 400 bis maximal 475 Braunbären.“

Damit ist klar: Ohne Jagdstopp ist das Überleben der Bären in Slowenien akut gefährdet.
Auch weitere Daten sind erschreckend: Nicht einmal jeder fünfte Bär in Slowenien stirbt eines natürlichen Todes. Das durchschnittliche Alter der getöteten Bären liegt bei weniger als drei Jahren, also noch vor Erreichen der Geschlechtsreife: Männliche Tiere erreichen die Geschlechtsreife mit rund 4,5 Jahren, Weibchen in der Regel etwas später, mit rund vier bis sechs Jahren – ausgewachsen sind Braunbären erst mit 10 oder 11 Jahren. Wenn zu wenige Bären zur Fortpflanzung kommen, ist das zukünftige Überleben der Bären in Slowenien stark gefährdet.

Abschuss einer Bärenmutter und ihrer Kinder

Ein beispielsloser und brutaler Fall der Liquidierung einer jungen Bärenfamilie im Sommer 2012 hat nicht nur ganz Slowenien entsetzt, sondern auch die gegenwärtige Praxis der staatlichen Jagd-organisation entlarvt:

Die Bärin, mit zwei Jungen aus diesem Jahr, hat einige Male die Futterstellen bei Kočevska Reka in Südslowenien besucht und dabei auch einige Hühner und Hasen getötet, um ihre Jungen zu ernähren.

Insgesamt wurden dadurch höchstens 500 Euro Schaden verursacht. In so einem Fall müssten die staatlichen Jäger im Einklang mit der slowenischen Gesetzgebung und internationalen Verträgen handeln, die vorschreiben, im schlimmsten Fall die Bärin mit ihren Jungen einzufangen und sie in einen entlegenen Wald anzusiedeln. Doch staatliche Stellen genehmigten den Abschuss.

Die Lebensweise der Braunbären

Einst lebten Braunbären überall dort, wo es Wald gab – und das war in fast ganz Europa. Durch die Rodung der großen Wälder ging immer mehr Lebensraum verloren:

Schon im Mittelalter wurden die Bären in schwer zugängliche, waldreiche Gebirge zurückgedrängt. Heute kommen Braunbären nur noch in wenigen steilen, felsigen Gebirgen mit großen zusammenhängenden Wäldern vor: Größere Gruppen von Braunbären leben im Dinarischen Gebirge und den Karpaten sowie in Skandinavien und im europäischen Teil von Russland.

In den Pyrenäen, den Alpen und dem Apennin gibt es noch kleinere Populationen. Ein Bären-Gebiet muss über viele schwer zugängliche Höhlen und genügend Rückzugsraum verfügen, so dass die Bären ungestört ihre Jungen aufziehen können. Denn der Bär ist ein scheues Tier, das die Begegnung mit Menschen meidet. Deswegen sind Begegnungen mit Bären selten, auch in Gebieten, wo sie relativ häufig vorkommen.

Bären sind keine Bedrohung für den Menschen – außer sie werden angegriffen oder durch die Jagd verletzt.

Der Großteil der Ernährung des Braunbären ist pflanzlicher Herkunft, im Frühsommer und Sommer bis zu 95 Prozent. Auf seinem Speiseplan stehen

  • Beeren,
  • Eicheln,
  • Bucheckern,
  • Kastanien,
  • Nüsse
  • und Pilze
  • sowie Gräser und Kräuter.

An tierischer Nahrung nehmen Bären Insekten und deren Larven, Vögel und deren Eier, kleinere Nagetiere sowie frisches Aas zu sich. Braunbären können in der Regel nur kranke und schwache Tiere erbeuten. So fangen sie in Ausnahmefällen ein größeres Tier, wie wilde Ziegen, Schafe oder Rehe, gelegentlich auch Kleinvieh. Im Herbst futtern sich die Bären einen Winterspeck an. Da sie im Winter nicht genügend Nahrung finden, halten sie eine Winterruhe in ihrer Höhle. Es ist kein echter Winterschlaf, und die Bären sind leicht wieder aufzuwecken: Herzschlag und Atemfrequenz gehen zurück, doch die Körpertemperatur sinkt nur leicht. Erwachsene Bärenmännchen erreichen ein Gewicht von bis zu 300 Kilogramm, in Ausnahmefällen auch mehr, die Weibchen etwa 180 Kilo. Aufgerichtet werden sie 1,80 Meter bis drei Meter groß. Europäische Braunbären können in freier Wildbahn 20 bis 30 Jahre alt werden.

Heute 80% sind gegen die Jagd

Umfragen zufolge stehen mehr als zwei Drittel der Bevölkerung der Jagd kritisch gegenüber oder lehnen sie ganz ab aus.

In einer von „Welt am Sonntag“ veröffentlichten repräsentativen Umfrage, was die Deutschen verbieten würden, wenn sie könnten, rangierte das Waidwerk auf Platz vier, direkt hinter Tierversuchen, Kinderpornographie und Tabakwerbung (zitiert nach Komitee gegen den Vogelmord, 1999). 1996 hieß es in einer von HÖRZU veröffentlichten Studie: „71% aller Deutschen (zwischen 16 und 60 Jahren) lehnen die Jagd ab“ (HÖRZU 37/1996).

Im Jahr 2002 kam eine repräsentative Umfrage gar zu folgendem Ergebnis: 68% der Befragten meinen: „Der Staat sollte die Jagd auf wild lebende Tiere als Freizeitsport verbieten“, weitere 12% sind für die generelle Abschaffung der Jagd. 13% wollen den Grundeigentümer entscheiden lassen, ob auf seinem Besitz gejagt wird oder nicht. Lediglich 3% sagten: „Ich bin grundsätzlich gegen ein Jagdverbot.“ (GEWIS-Institut, 29.07.2002).

Hobby-Jagd in Genf verboten

Im Schweizer Kanton Genf wurde die Hobby-Jagd bereits 1975 per Volksentscheid verboten it überaus positiven Folgen für Natur, Tiere und Menschen.

Der benachbarte Kanton Waadt will nach den guten Erfahrungen in Genf jetzt nachziehen. Eine Tierschutzinitiative des Anti-Jagd-Forums Schweiz bereitet derzeit einen landesweiten Volksentscheid über die Beendigung der Jagd vor. Im Schweizerischen Nationalpark sowie in den ausgedehnten italienischen Nationalparks wurde längst der Beweis erbracht: Mit dem Jagdverbot erholt sich die Natur, die Artenvielfalt nimmt bei Tieren und Pflanzen zu und Tierpopulationen regulieren sich selbst.

Weiterführende Links zum Thema: Jagd und Tierschutz

  • Die heutige Jagd hat keine ökologische Berechtigung: PDF File Extern
  • Der Deutsche Tierschutzbund wurde im Jahre 1881 als Dachorganisation der Tierschutzvereine und Tierheime in Deutschland gegründet, um dem Missbrauch von Tieren wirksamer entgegentreten zu können.
  • BraunbärenDer Braunbär gehört zur Tierfamilie der Großbären. Er wird in freier Wildbahn 20 bis 30 Jahre alt, ist aufgerichtet 1,80 Meter bis drei Meter groß und 150 bis 800 Kilogramm schwer. Der Braunbär ist ein Einzelgänger mit einem festen Territorium. Sein Lebensraum sind die Steppen der Tundra, Bergwiesen und dichte Wälder. Heute noch anzutreffen ist der Braunbär in Europa, im westlichen Nordamerika und in Asien.
  • Fünf Dinge, die Sie über Bärengalle wissen müssen.
  • EuroNatur – Experten für Naturschutz in Europa – Schutz von Wolf, Bär, Luchs und ihren Lebensräumen
  • Abschaffung der Jagd: Es wird Zeit für eine Natur ohne Jagd! Die wenigsten Menschen wollen es wahrhaben, und doch ist es in deutschen Wäldern blutige Realität: 320.000 Jähr bringen jedes Jahr 5 Millionen Wildtiere ums Leben. 5 Millionen Tiere jedes Jahr – das sind 13.700 jeden Tag, 570 pro Stunde, fast 10 Tiere pro Minute. Alle 6 Sekunden stirbt ein Tier durch Jägerhand.