Rauchen – Angewohnheit oder Sucht?

Natürlich sind die Gründe, zu rauchen, vielfältig. Doch trotz aller individuellen Unterschiede ist es – zumindest als Gedankenmodell – recht hilfreich, die Raucher in Bezug auf die psychischen Aspekte zunächst einmal in zwei Gruppen aufzuteilen

  1. Die Gruppe der rational zugänglichen Raucher (oder das distanzierte, lediglich angewöhnte Rauchen.
  2. Die Gruppe bei der das Rauchen tiefenpsychologisch verankert ist (oder das funktional wichtige, abhängige Rauchen)

Aufhören mit Rauchen – einfach oder?

Eigentlich entsteht der ganze Streit über das vermeidlich doch so leichte oder schwere Aufhören aus der permanenten Verwechslung dieser beiden Gruppen. Denn hier werden ständig Äpfel mit Birnen verglichen.

Rauchen als Verhalten

Sie wollen natürlich sofort wissen, zu welcher Gruppe Sie gehören? Hier zwei untrügliche Methoden, es herauszufinden. Die erste Methode ist der Versuch, ein Genussraucher zu werden.

Eine ebenso gute Technik es herauszufinden, ist folgende:

Sie hören zunächst einmal auf, diese Seiten zu lesen. Stattdessen bestellen sie sich bei Amazon das Buch: „Endlich Nichtraucher“ von Allen Carr.

Sie lesen es und hören dann einfach mit dem Rauchen auf. (Nur so als Tipp: das Buch gibt es auch – wie lustig – im Zigarettenschachtel-Format! Das können sie dann, wie gewohnt, zusammen mit Ihrem Feuerzeug in die Tasche stecken…) Oder wenn Sie sich die 8,45 EUR sparen wollen, hier die Essenz des Buches:

Rauchen schadet Ihrer Gesundheit. Es ist teuer. Sie haben gar nichts davon. Daher rauchen Sie jetzt Ihre letzte Zigarette, dann hören Sie für immer mit dem Rauchen auf. Einfach so.

Freuen Sie sich darüber, dass Sie nun Nichtraucher sind. Blasen Sie nicht Trübsal deswegen.
Wenn es geklappt hat, gehören Sie zu Gruppe 1. Denn bei dieser Gruppe ist das Rauchen lediglich ein VERHALTEN.

Mit ein wenig Disziplin, rationalen Argumenten, gewürzt mit einer Prise moralischem Druck und sozialer Ächtung, ist dieser lästigen Angewohnheit recht gut beizukommen. In diesem Fall sind die Tipps auf diesen Seiten nicht die Richtigen für Sie, sie würden die Sache nur unnötig verkomplizieren. Das meine ich ganz im Ernst – Tschüss dann und alles Gute!

Rauchen und Ihre Persönlichkeit und Identität

Was? Sie haben bereits „Endlich Nichtraucher“ gelesen? Und Sie rauchen immer noch? So was wie Sie soll es ja geben… („kleine Restgruppe“ laut Carr).

Dann gehören Sie möglicherweise zu Gruppe 2. Hier liegt die Sache etwas anders und die üblichen Argumente (teuer, schädlich, stinkt so, etc.) sind vergebene Liebesmüh. Denn hier ist das Rauchen tiefer verankert, es hat eine Funktion und ist zudem mit der Persönlichkeit und Identität des Rauchers verhaftet.

In diesem Falle können diese Seiten einige nützliche Tipps für Sie beinhalten, möglicherweise werden Sie verstehen, warum bislang alle „Methoden“ versagt haben. Und keine Angst, Sie sind weder blöd noch „gehirngewaschen“ oder sonst wie schwach.

Der Nutzen, der sich aus dem Rauchen für Sie ergibt, ist lediglich größer, als die Motivation aufzuhören – das ist alles. Daraus ergibt sich, dass Sie schön dumm wären, „einfach so“ mit dem Rauchen aufzuhören.

Ihr Unterbewusstsein hat dies lange vor Ihnen erkannt und Sie so vor weiteren Schäden bewahrt. Statt auf Ihr Unterbewusstsein sauer zu sein, könnten Sie sich getrost einmal dafür bedanken.

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